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Jäger des Augenblicks

Die Reinanken – eine begehrte Rarität unter Fischern
Die seltene Fischart findet man heutzutage nur mehr in Alpenseen und wird von den vier Reinankenwirten am Millstätter See zu einer besonderen Delikatesse zubereitet.

„Wir sind einfach alle fischnarrisch!“ Egal, mit wem dieser Fischerei-Großfamilie man da spricht, sie sind sich einig: „Bei jedem von uns ist der Fischer halt drin, wenn man einen Tag nicht auf den See hinaus kann, dann ist das grausam!“ Der Vater fährt mit dem Sohn, der Sohn mit dem Enkel morgens zu den Schwebenetzen hinaus, und selbst wenn es einen Urenkel des Kaiserfischers einmal in die weite Welt hinauszieht – er kommt zurück und liebt „seinen“ See. Auch angeheiratete Mitglieder haben keine Chance, sich dieser Leidenschaft zu entziehen, selbst, wenn sie vom Fischen keine Ahnung hatten und aus dem fernen Wien kommen. Berühmt ist noch heute die Geschichte, als dem frischgebackenen Schwiegersohn ein Fisch entwischte, und er dafür kurzerhand mit einer Ohrfeige seines Schwiegervaters belohnt wurde. Er hat es ihm verziehen und ist heute ein ebenso exzellenter Fischer.

Ihre Leidenschaft teilen die Reinankenwirte, die täglich ihre Reinanken selbst fangen, auch mit ihren Gästen, die sie gerne mitnehmen zur frühmorgendlichen „Fischernte“ auf dem Millstätter See. „Wir wollen, dass Menschen wieder einen gesunden Zugang zum Essen bekommen, Respekt vor dem Fisch, vor der Natur.“ Auch Kinder nimmt man gerne mit, ihnen wird aber vorher erklärt, dass das alles keine Spielerei ist, dass hier Lebewesen getötet werden. So können sie lernen, wie man durch und mit der Natur leben kann. Dass die Schuppen der Fische Jahresringe haben, mit denen man das Alter bestimmen kann, ganz wie bei den Bäumen. Dass Fische mit kleinem Maul Plankton-Fresser sind, Fische mit großem Maul Raubtiere. Dass jeder Fisch seinen eigenen Charakter und sein eigenes Revier hat, manche lieber in Ufernähe bleiben, andere nur zu bestimmten Tageszeiten in die Nähe der Oberfläche kommen. Dass Barsche besonders schlau sind, und dass die Reinanke die „Grande Dame“ aller Fische im See ist, die elegant auf- und abschwimmt, und die man außer im Netz nicht zu sehen bekommt.

Die Reinankenwirte K.u.K. Hoffischer vom Millstätter See
Frühmorgens geht es für die Reinankenwirte mit dem Boot und Schwebenetz auf den noch ruhigen Millstätter See um der traditionellen Netzfischerei nachzugehen.
Die Reinanken – eine begehrte Rarität unter Fischern
Die seltene Fischart findet man heutzutage nur mehr in Alpenseen und wird von den vier Reinankenwirten am Millstätter See zu einer besonderen Delikatesse zubereitet.

Wenn die Netze dann ins Boot geholt werden, je nach Wind und Wetter, Strömung und Tageslänge mit einem größeren oder kleinerer Fang, dann kommt oft Moritz geflogen, die schlaue Möve, die weiß, dass sie immer drei Fische zugeworfen kriegt. Die Ausfahrt wird beendet, wenn genug Fische im Boot sind, denn man kommt ja morgen wieder, um die frischesten Fische servieren zu können, länger als 1 ½ Stunden bleibt man nicht auf dem See.

Wer sich dann bei den Reinanken-Wirten zu Tisch setzt, wird überrascht sein, was die verschiedenen Köche sich haben einfallen lassen. Vom Reinanken-Saltimbocca auf Zucchinigröstl bis zu Reinankenfilet auf rotem Linsengemüse, Reinanken-Piccata, Reinanken-Tapas oder Seefisch-Burger. „Früher hat man sie gerne in reinem Schmalz im Ganzen gebraten, oft auch im Backteig, damit das Fleisch besonders saftig bleibt. Das gibt es natürlich heute auch noch, aber wir wollten uns zusätzlich etwas Besonderes einfallen lassen.“ Bei Hof verwendete man klare Butter, damals ein absoluter Luxus, heute ist so gebratene Reinanke für viele ein Lieblingsgericht. „Wir alle haben schon als Kinder nur Reinanke gegessen, ein anderer Fisch kam gar nicht in Frage!“

Das Geheimnis eines besonders feinen Fischfilets ist das Einsalzen und Abliegen. „Am besten ist der Fisch vom Vortag, da haben sich die Muskeln gelöst.“ Und noch einen Tipp haben die Reinankenfischer: „Frische Filets erkennt man daran, dass sie sich beim Braten kringeln.“ Diesen Tipp braucht man allerdings nicht, wenn man im Hotel Forelle, im Posthof à la carte, im Post-Wappenstüberl oder bei der Seefischerei Brugger einkehrt: Der beste und frischeste Fisch ist einem dort sicher.

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