
Die Osterzeit nimmt im Kirchenjahr einen vorrangigen Platz ein und wird von einer Vielzahl von Bräuchen begleitet.
Die Fastentücher
Nach dem Aschermittwoch werden in zahlreichen Kärntner Kirchen die Fastentücher an den Hauptaltären hochgezogen und erst am Mittwoch der Karwoche wieder abgenommen. Als kunst- und kulturgeschichtlich wertvolle sakrale Werke stellen sie wahre Besonderheiten dar. So gilt das Millstätter Fastentuch als eines der schönsten der Welt.
Fastentuchführung am Gründonnerstag mit Gerti Baumberger in der Stiftskirche Millstatt um 10:00 Uhr.
Die Palmweihe
Die Palmweihe hat in ganz Kärnten große Bedeutung. In allen Tälern des Landes werden Palmbuschen gebunden, die mit Äpfeln, Brezeln, Schokoladeeinern und bunten Bändern geschmückt sind. Bis zu fünf Meter hoch können die Stangen sein, an denen die Buschen festgemacht werden. Zum Brauch gehört auch die Palmprozession, der feierliche Einzug der Gläubigen in die Kirche, in der die Palmbuschen geweiht werden.
In der Karwoche ist auch der Osterputz üblich, schwere Arbeiten, wie Ackern, sollten aber in dieser Zeit nicht durchgeführt werden.
Am Gründonnerstag fleigen die Glocken nach Rom
Am Gründonnerstag, dem „Antlaßpfingste“ ( Ablassdonnerstag ) sollen die Glocken in aller Früh nach Rom fliegen und erst am Karsamstag wiederkehren. In dieser Zeit werden die Ratschn als Glockenersatz eingesetzt.
Es gibt zahlreiche Fleischweihen rund um den See. Unser Tipp informieren Sie sich im Veranstaltungskalender.
Die Osterweihe
Ostern gilt als bedeutendstes Fest im christlichen Kirchenjahr. Bei den Weihen der österlichen Speisen im „Weichkörbl“ herrscht stets ein großer Andrang. Die Körbe werden mit Speck, Würsten, Geselchtem, gefärbten Eiern, gefüllter Butter, einem großen Reindling, einer Krenwurzen und Salz bestückt und zur Weihe getragen. Das kunstvoll gestickte Tuch darüber darf nur zu diesem Anlaß verwendet werden. In fast allen Tälern Kärntens werden auch Osterfeuer entzündet, die den Sieg der wiedererwachten Natur über den eisigen Winter verkünden. Die Wurzeln dieses Brauches reichen weit in die vorchristliche Zeit zurück.
Osterweihen sind immer ein besonderer Moment und jeder Ort hat seine eigene Tradition. Im Veranstaltungskalender finden Sie die Termine.
„Eierturtschn“ und das „Eierrollen“
Natürlich dürfen zu Ostern die Ostereier nicht fehlen, sie gehören zu Ostern wie der Christbaum zu Weihnachten. Als Symbol der Auferstehung sollen am Ostersonntag möglichst viele bunte Eier im Nest liegen. Rund um das Ei haben sich auch zahlreiche Spiele entwickelt, wobei zu den beliebtesten das „Eierturtschn“ und das „Eierrollen“ zählt. Man beschenkt sich auch gegenseitig mit dem „Turtscher“. Beim Eierturtschn werden zwei Eier mit den Spitzen aneinandergeschlagen und das gebrochene Ei gehört dem Gewinner. Beim Eierrollen rollen die Eier über eine Rinne, welche von zwei Rechenstielen gebildet wird. Werden die Eier der Gegenspieler getroffen, so gelten sie als verspielt.
Unser Tipp: Eierrollen auf der Festwiese in Seeboden am Ostersonntag ab 13:00 Uhr. Osterfest mit Musik und Kulinarik.
Oder auch das Fest am Wolfsberg jeden Ostermontag. Der Berg lebt durch Spiel, Spaß und Kulinarik.
Quelle: Mag. Manuela Maier
(nach Kurt Grafschafter, So ist`s Brauch in Kärnten, Klagenfurt 1999)
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